Kristallisation

Ausstellung – Ein Blick auf 15 Jahre Lalique Art

Das Lalique-Museum befindet sich im Elsass, in jenem Dorf, in dem sich auch die Manufaktur befindet – der einzige Produktionsstandort für Kristall der Marke. Jedes Jahr stellt es in seiner Sommerausstellung ein neues Thema in den Mittelpunkt, um die chronologische Darstellung in den Dauerausstellungen (vom Jugendstil-Schmuck über Art-déco-Glas und Parfümflakons bis hin zum heutigen Kristall) zu ergänzen.

Zur Feier des 15-jährigen Bestehens von Lalique Art bietet die Ausstellung Kristallisation mit einem Blick auf die Werke und ihre künstlerische Entstehungsgeschichte eine Retrospektive dieser außerordentlichen Kooperationen. Sie erkundet auch das Universum und den Werdegang der Künstler, gibt Einblicke in den direkten und fruchtbaren Dialog mit den – häufig mit enormen technischen Herausforderungen konfrontierten – Mitarbeiterteams von Lalique und zeigt, wie sich diese beiden Welten aufeinander einstimmen, aufeinander reagieren, sich gegenseitig stärken und bereichern.
René Lalique, der vom Kreateur avantgardistischer Schmuckstücke zum Großmeister des Art-déco-Glases wurde, betrachtete das Glas als einen wunderbaren Werkstoff. Die Schmelzbarkeit von Glas, seine Formbarkeit und auch seine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit, wenn es in ausreichender Masse verfestigt ist, die Tatsache, dass es in Formen gepresst, gefärbt, irisiert, opak oder durchscheinend, rau oder matt bearbeitet oder poliert werden kann; der bezaubernde Aspekt, der dank des Spiels der Reflexe und Transparenzen erzielt werden kann; die Besonderheit, die es in den Händen dessen, der sich seiner zu bedienen weiß, hat, nämlich gleichzeitig das empfindlichste der edlen Materialien und der flexibelste Werkstoff zu sein, macht Glas zu einer unvergleichlichen materiellen Triebfeder in den Händen eines begnadeten Künstlers und bietet dessen Fantasie und Talent einen beinahe grenzenlosen Arbeits- und Entdeckungsspielraum.

René Lalique war ein Verfechter einer Demokratisierung des Zugangs zur Kunst mit Objekten für den Tisch und die Dekoration des Hauses, die er in seinem Katalog anbot, aber er schuf auch Kunstwerke. Für die Realisierung dieser Einzelstücke oder kleinen Serien verwendete er das so genannte Wachsausschmelzverfahren. Die so entstandenen, wertvollen, faszinierenden und seltenen Werke sind heute besonders begehrt.

Ganz im Geiste des Gründers des Unternehmens hat Lalique Art für die Edition außergewöhnlicher Werke diese ausgefeilte Technik wieder aufgenommen, setzt aber gleichzeitig auch das Blas- und Formverfahren ein. Indem Lalique Art sein Know-how in den Dienst großer Namen der modernen und zeitgenössischen Kunst stellt, wird so das zukunftsweisende Erbe René Laliques fortgeführt. Jede Kooperation wird zu einem Raum des Dialogs zwischen einem Werkstoff mit unbegrenzten Möglichkeiten und einzigartigen kreativen Welten, in denen das Glas mal zu Skulptur, Licht, sensibler Oberfläche oder intimer Architektur wird. Lalique Art nimmt seine Rolle als Editeur und Vermittler wahr und trägt so zum Fortbestand des Fachwissens der Glasmacher bei und zu seiner Erneuerung durch Werke, die herausragende technische Leistungen und künstlerische Ambitionen miteinander verbinden.

Liste der Künstler / Stiftungen / Rechtsnachfolger, mit denen Lalique Art zusammengearbeitet hat und die in der Ausstellung vorgestellt werden:
Yves Klein
Rembrandt Bugatti
Damien Hirst
Mario Botta
Zaha Hadid
Terry Rodgers
Elizabeth de Portzamparc
Nic Fiddian-Green
James Turrell
René Magritte
Rudy Ricciotti
Fang Lijun

 

Ausstellung vom 12. Juni bis 1. November
Das Museum ist bis zum 30. September täglich von 9:30 bis 18:30 Uhr geöffnet, danach dienstags bis sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr.
Der Eintritt ist im Museumseintritt enthalten. 9,50 € pro Person (Vollpreis)